White Lies - To Lose My Life
angelegt von Papa Seid am 21.10.2009 unter Lieblingsprodukte
Post-Punk? Indie-Rock? Pop-Bombast? Die White Lies zitieren Joy Division, Interpol und The Editors und verpacken ihre egalen Hits als Gesamtkunstwerk.
Als wenn das Leben so einfach schwer wäre: "I'll live on the right side, and sleep on the left, that's why everything has to be love or death", behauptet der 19-jährige Harry McVeigh, Sänger der als nächste britische Hoffnung verkauften White Lies, in deren Hitsingle "Death". Geschrieben hat diese Zeilen Bassist Charles Cave, geklaut hat er sie bei den Großen: "Love Will Tear Us Apart" prophezeite schon Ian Curtis, beendete darauf sein eigenes Leben und trat mit seiner Band Joy Division ein Genre namens Post-Punk los, auf das sich heute, bald 30 Jahre später und kaum eine neue rockmusikalische Idee reicher, jede Band bezieht, die noch irgendwie als hip gelten will.
Gemessen an ihrem zarten Alter dürften sich die White Lies nun ihre Epik eher an Joy Divisions und David Bowies Nachlassverwaltern Interpol oder Editors abgehört haben, ihren Disco-Appeal bei Franz Ferdinand. Das allein ist genauso wenig schlimm wie neu und tut dem Wust des britischen New New Wave ja gar nicht mal schlecht: dem bislang so hektischen neuen Jahrtausend bringen die White Lies, vielleicht gerade weil ihre Songs so eindringlich wie egal daherkommen, ein Stück Romantik zurück. Ob sie mit ihren Gedichten und Gitarrenwänden aber die Halbwertszeit des Indierocks zu entschleunigen vermögen, vermag man zu bezweifeln.
Und weil man mit dem richtigen Sound alleine keinen Publikumspreis mehr gewinnen kann und weil die White Lies um ihre Fähigkeit zur Inszenierung wissen, fängt ihre Musik auf ihrem bombastischen Debüt "To Lose My Life" ebenso wenig an, wie sie dort aufhört: ihre Songs, ihr alleiniges Dasein als Band flankieren sie mit Kurzfilmen, in denen ihre düstere, fast apokalyptische Grundhaltung ihre visuelle Entsprechung findet. Da treffen beispielsweise Songfetzen auf Bilder dunkler Fabrikhallen, die Musik funktioniert dort wie der Soundtrack zu einem David Lynch-Film. Eine Frauenstimme sagt aus dem Off: "I'll live on the right side, and sleep on the left, that's why everything has to be love or death". Im selben Moment weicht die Ahnung einer Gewissheit: Die White Lies verstehen es nicht nur, clever zu klauen. Sie meinen es Ernst.
Als wenn das Leben so einfach schwer wäre: "I'll live on the right side, and sleep on the left, that's why everything has to be love or death", behauptet der 19-jährige Harry McVeigh, Sänger der als nächste britische Hoffnung verkauften White Lies, in deren Hitsingle "Death". Geschrieben hat diese Zeilen Bassist Charles Cave, geklaut hat er sie bei den Großen: "Love Will Tear Us Apart" prophezeite schon Ian Curtis, beendete darauf sein eigenes Leben und trat mit seiner Band Joy Division ein Genre namens Post-Punk los, auf das sich heute, bald 30 Jahre später und kaum eine neue rockmusikalische Idee reicher, jede Band bezieht, die noch irgendwie als hip gelten will.
Gemessen an ihrem zarten Alter dürften sich die White Lies nun ihre Epik eher an Joy Divisions und David Bowies Nachlassverwaltern Interpol oder Editors abgehört haben, ihren Disco-Appeal bei Franz Ferdinand. Das allein ist genauso wenig schlimm wie neu und tut dem Wust des britischen New New Wave ja gar nicht mal schlecht: dem bislang so hektischen neuen Jahrtausend bringen die White Lies, vielleicht gerade weil ihre Songs so eindringlich wie egal daherkommen, ein Stück Romantik zurück. Ob sie mit ihren Gedichten und Gitarrenwänden aber die Halbwertszeit des Indierocks zu entschleunigen vermögen, vermag man zu bezweifeln.
Und weil man mit dem richtigen Sound alleine keinen Publikumspreis mehr gewinnen kann und weil die White Lies um ihre Fähigkeit zur Inszenierung wissen, fängt ihre Musik auf ihrem bombastischen Debüt "To Lose My Life" ebenso wenig an, wie sie dort aufhört: ihre Songs, ihr alleiniges Dasein als Band flankieren sie mit Kurzfilmen, in denen ihre düstere, fast apokalyptische Grundhaltung ihre visuelle Entsprechung findet. Da treffen beispielsweise Songfetzen auf Bilder dunkler Fabrikhallen, die Musik funktioniert dort wie der Soundtrack zu einem David Lynch-Film. Eine Frauenstimme sagt aus dem Off: "I'll live on the right side, and sleep on the left, that's why everything has to be love or death". Im selben Moment weicht die Ahnung einer Gewissheit: Die White Lies verstehen es nicht nur, clever zu klauen. Sie meinen es Ernst.

