Unser allerbestes Jahr: Roman: Amazon.de: David Gilmour, Adelheid Zöfel: Bücher
angelegt von Poweruschi am 29.04.2009 unter Bücher
David braucht viel Kraft, als sein minderjähriger Sohn Jesse ihm offenbart, dass er die Schule schmeißen will. Ok, so der Papa, selbst Autor, Journalist und Filmkritiker, aber nur wenn Jesse sich die Zeit nimmt, mit ihm drei Filme pro Woche anzusehen. Übrigens: das Buch über David und Jesse ist nicht nur eine sehr warmherzige, sondern zudem wahre Geschichte. So einen Vater kann sich jeder junge Mann nur wünschen! Von Verständnis, Toleranz und Geduld können sich viele eine Scheibe abschneiden, aber am Ende des Buches lernen wir alle: es lohnt sich so sehr. David Gilmour hat Liebe, Sorge und Bindung zu seinem Sohn aus Herz und Seele geschrieben, die Liebeserklärung eines Papas an seinen Filius, voller Eingeständnisse, Unsicherheiten, voller Abwägen und Grübeln: ist jeder Schritt, jede Entscheidung, ist alles Tun das richtige? „Was ist, wenn ich falsch liege?“ Wird alles ‚schon irgendwie klappen’ und ‚gut ausgehen’? Die Filme, die dem Buch auch seinen Originaltitel „The Film Club“ geben, sind für Vater und Sohn Gelegenheit, miteinander im Gespräch zu bleiben, sich auszutauschen, „Zeit miteinander zu verbringen, Hunderte von Stunden“ und auf dem Umweg über Filmgeschichten ihre eigene weiter zu schreiben, den Faden nie abreissen zu lassen: Jesses Liebeskummer, Davids vorübergehende Arbeitslosigkeit, Jesses Zukunftsgedanken, Davids Erinnerungen. So erwacht langsam Interesse am anderen, aus dem Austausch wird neugieriges Zuhören und aus der Offenbarung von Schwächen und Fehlschlägen wird Vertrauen und Bindung. Mit Kindern die Pubertät erleben, in der sie „genauso viel Zuwendung wie Neugeborene“ benötigen, das ist es nicht, was dieses Buch auszeichnet, es ist vielmehr die überaus sympathische, gradlinige und sehr ehrliche und arglose Art Gedanken zu Gefühle zu artikulieren, zwar Unsicherheiten angesichts eigener Entscheidungen zu haben, aber keine Ängste sie zu benennen. David weiß, dass man irgendwann „nicht mehr viel für seine Kinder tun kann, „aber man hat immer noch diesen Impuls.“ Wer kein Filmkenner und Kinogänger ist, mag es zwischendurch ermüdend finden, die ausgiebigen Kommentare zu Filmen, Regisseuren oder Drehbüchern, zu Schauspielern oder Drehorten zu lesen, aber irgendwie fügt sich alles zu einem Ganzen: und außerdem: vielleicht steckt es ja den einen oder anderen an, das Leben einmal aus cineastischer Sicht zu sehen. Jesse nimmt Filme und väterliche Weisheiten begierig und bereitwillig wie eine zweite Muttermilch auf, entdeckt sein Leben für sich und David fühlt, dass Kindererziehung „eine endlose Serie von Abschieden ist, einer nach dem anderen, Abschied von den Windeln, und dann von den Schneeanzügen und schließlich vom Kind selbst.“ Und letztlich dann auch von einem sehr, sehr liebenswerten und lebensklugen Buch --Barbara Wegmann
kulturnews.de
Ein Vater erlaubt seinem 16-jährigen Sohn, die verhasste Schule zu schmeißen. Einzige Bedingung: Gemeinsam mit dem Vater muss der Sohn jede Woche drei Filme schauen. Natürlich bleiben die Gespräche nach den Filmen nicht nur cineastische Diskussionen, sondern münden in Themen, die dem Sohn das Leben zur Qual machen: Verliebtsein, Trennungen, die Suche nach einer Aufgabe im Leben. Der kanadische Journalist und Filmkritiker ist in seiner Heimat bereits ein Bestsellerautor, und mit dem autobiografischen Roman "Unser allerbestes Jahr" liegt jetzt sein erstes Buch in deutscher Übersetzung vor. Doch auch wenn sich Gilmour immer wieder kritisch hinterfragt, nervt der selbstverliebte Bericht seiner DVD-Pädagogik. Aus Filmen lernen heißt fürs Leben lernen: Ganz im Stil des verständnisvollen Altlinken schält Gilmour aus seinem Filmseminar abgestandene Moralvorstellungen und Dogmen. Schade, denn eigentlich hat er ein beachtliches Wissen und kann seine Filmbegeisterung mit der Doziererei vermitteln. Und so macht "Unser allerbestes Jahr" doch Lust: Nicht auf einen weiteren Roman von David Gilmour, aber auf Filme von Fassbinder, Wong Kar-Wai und Woody Allen. (cs)
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Ein Vater erlaubt seinem 16-jährigen Sohn, die verhasste Schule zu schmeißen. Einzige Bedingung: Gemeinsam mit dem Vater muss der Sohn jede Woche drei Filme schauen. Natürlich bleiben die Gespräche nach den Filmen nicht nur cineastische Diskussionen, sondern münden in Themen, die dem Sohn das Leben zur Qual machen: Verliebtsein, Trennungen, die Suche nach einer Aufgabe im Leben. Der kanadische Journalist und Filmkritiker ist in seiner Heimat bereits ein Bestsellerautor, und mit dem autobiografischen Roman "Unser allerbestes Jahr" liegt jetzt sein erstes Buch in deutscher Übersetzung vor. Doch auch wenn sich Gilmour immer wieder kritisch hinterfragt, nervt der selbstverliebte Bericht seiner DVD-Pädagogik. Aus Filmen lernen heißt fürs Leben lernen: Ganz im Stil des verständnisvollen Altlinken schält Gilmour aus seinem Filmseminar abgestandene Moralvorstellungen und Dogmen. Schade, denn eigentlich hat er ein beachtliches Wissen und kann seine Filmbegeisterung mit der Doziererei vermitteln. Und so macht "Unser allerbestes Jahr" doch Lust: Nicht auf einen weiteren Roman von David Gilmour, aber auf Filme von Fassbinder, Wong Kar-Wai und Woody Allen. (cs)
Unser allerbestes Jahr: Roma...
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Kommentare zu Unser allerbestes Jahr: Roman: Amazon.de...
Poweruschi
Hier können die Jungs für sich viel lernen ab 15 jahre
MarlenaLi
Mir wurde dieses Buch von jemandem empfohlen, woraufhin ich es mir schließlich über Amazon bestellte. Zuvor hielt ich es im Laden immer mal wieder in der Hand, aber dachte immer, es wäre doch nicht das Richtige. Bis mir dann ein Bekannter wieder dieses Buch beschrieb und ich dachte, gut, das kann kein Zufall sein, also sollte ich es lesen. Zumal es auch Spiegel-Bestseller ist. Konnte also nicht schaden. Und konnte es tatsächlich nicht:-) Anfangs tat ich mich etwas schwer mit dem Buch. Musste sogar zweimal anfangen. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil darin wirklich zig Filme angesprochen werden. Ich habe mir quasi vorgenommen, das Buch nochmal zu lesen und parallel dazu nach jedem Kapitel all die erwähnten Filme in der Reihenfolge mal auszuleihen und selber zu gucken. Neben all den Filmen, die darin angesprochen werden, lässt dieses Buch einen aber auch eine Geschichte über das Leben und den Weg ins selbstständige, erwachsene Leben erlesen. Ich bekam mein ganz bestimmtes Bild von dem Vater gar nicht mehr verändert, denn er erinnerte mich durchweg an die Person, die mir dieses Buch empfohlen hatte, was unglaublich spannend und komisch war... Es hätte auch von ihm geschrieben sein können quasi.
Ich las wirklich immer Kapitel für Kapitel. Hörte ich zwischendurch mal auf, musste ich immer wieder beim Kapitelbeginn anfangen. Nur so konnte ich auch wirklich bewusst die Geschichte verfolgen und verstehen. Bei anderen Büchern bleibt man ja intensiv drin und findet sofort wieder den roten Faden. Hier war es etwas mühsam, aber vielleicht ging es auch nur mir so zumal es für mich mal ein Buch war, das von etwas Abseits des von mir typisch gelesenen Genres stammte. Dennoch bereue ich es nicht und fand, dass es tatsächlich lesenswert ist, wenn man sich mal etwas Zeit gönnt und abtauchen will in eine Geschichte zwischen Vater und Sohn wie sie intensiver wohl kaum rüberkommen und beschrieben sein kann.
