Katharine Hepburn
angelegt von mel-o-mel am 02.06.2009 unter Biografien von Persönlich…
Um eine gute Biografie über Katherine Hepburn (1907-2003) zu schreiben, hatte Alan Scott Berg denkbar schlechte Karten. Nicht nur, dass er das Leben der US-amerikanische Filmschauspielerin als "die bedeutendste Schauspielkarriere des 20. Jahrhunderts, vielleicht sogar aller Zeiten" mehr als verehrte: Er hat die Hepburn auch noch persönlich gekannt. Und so beginnt Katharine Hepburn. Ein Jahrhundertleben , die im englischen Original nach Absprache mit Katherine Hepburn nur 13 Tage nach ihrem Tod erschien, denn auch mit einer etwas ausufernden Beschreibung der ersten Begegnung eines Fans mit dem Objekt seiner kinematografischen Begierden -- wobei die Hepburn ihren Gast zunächst einmal gefragt haben soll, ob er denn schon auf Toilette gewesen sei. Was folgt, ist ein Schlagabtausch, der sich als Feuerwerk von Bonmots verstanden wissen will, aber nur leidlich geistreich ist. Danach jedoch steigert sich die Biografie des Pulitzer-Preisträgers Berg zu einem sehr persönlich gefärbten Porträt der vierfachen Oscar-Preisträgerin, das der bemerkenswert schillernden Persönlichkeit und "ewigen Mademoiselle" (Berg) durchaus noch neue Fassetten abzugewinnen versteht. Auch Katherine Hepburn hatte nicht die besten Karten, eine der bedeutendsten Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts zu werden -- und dies, obwohl sie als hoffnungsvolle Tennisspielerin mit Pilotenschein und Tochter einer emanzipierten Juristin in besten Verhältnissen aufwuchs: Von einer Frau, die als eigenes Geburtsdatum früher stets das ihres Bruders Tom angab, der sich als Teenager auf dem elterlichen Dachboden erhängte, hätte man derart viel Selbstbewusstsein kaum erwarten können. Und doch ist es Hepburn in den 30er-, 40er- und 50er-Jahren in Filmen wie Leoparden küsst man nicht (1938), Die Frau, von der man spricht (1942) oder African Queen (1951) wie keiner zweiten Diva Hollywoods gelungen, die Rolle der starken, teils exzentrisch-durchgeknallten Frau adäquat zu verkörpern. Und auch Alan Scott Berg ist eine beeindruckende Biografie gelungen, die an imaginativer Kraft freilich durch ein anderes Buch weit übertroffen wird: Durch Hepburns Selbstporträt Me aus dem Jahre 1991 nämlich, in dem die Aktrice erstmals auch über die 26 Jahre mit Spencer Tracey Auskunft gab. --Thomas Köster
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 05.08.2003
Ein "spannendes Buch" erblickt Susan Vahabzadeh in A. Scott Bergs "Katharine Hepburn. Ein Jahrhundertleben". Respektvoll im Ton und ohne schmutzige Details, erscheint Hepburn bei Berg als "klug, angenehm böse und sehr bodenständig", berichtet Vahabzadeh. Frei von Tratsch ist das Buch allerdings nicht: Vor allem die minutiöse Schilderung eines Abendessens mit Michael Jackson, bei dem auch Berg zugegen war, hat die Rezensentin amüsiert. Eine Biografie im strengen Sinn ist Bergs Buch nach Einschätzung Vahabzadehs nicht. Wie schon bei Bergs Charles-Lindbergh-Biografie vermisst sie auch hier die Distanz zum Gegenstand - was sie nicht weiter verwundert, schließlich war Berg über 20 Jahre mit der am 29. Juni diesen Jahres verstorbenen Schauspielerin befreundet, ein Umstand, der sich in den stark selbstdarstellerischen Zügen des Buches niederschlägt. So gleicht "Ein Jahrhundertleben" für Vahabzadeh eher einem "dokumentarischer Roman", in dem eine der beiden Hauptfiguren zufällig die größte Schauspielerin aller Zeiten sei. Aus dieser Perspektive betrachtet findet sie Bergs Hepburn-Buch "gelungen".
© Perlentaucher Medien GmbH
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Ein "spannendes Buch" erblickt Susan Vahabzadeh in A. Scott Bergs "Katharine Hepburn. Ein Jahrhundertleben". Respektvoll im Ton und ohne schmutzige Details, erscheint Hepburn bei Berg als "klug, angenehm böse und sehr bodenständig", berichtet Vahabzadeh. Frei von Tratsch ist das Buch allerdings nicht: Vor allem die minutiöse Schilderung eines Abendessens mit Michael Jackson, bei dem auch Berg zugegen war, hat die Rezensentin amüsiert. Eine Biografie im strengen Sinn ist Bergs Buch nach Einschätzung Vahabzadehs nicht. Wie schon bei Bergs Charles-Lindbergh-Biografie vermisst sie auch hier die Distanz zum Gegenstand - was sie nicht weiter verwundert, schließlich war Berg über 20 Jahre mit der am 29. Juni diesen Jahres verstorbenen Schauspielerin befreundet, ein Umstand, der sich in den stark selbstdarstellerischen Zügen des Buches niederschlägt. So gleicht "Ein Jahrhundertleben" für Vahabzadeh eher einem "dokumentarischer Roman", in dem eine der beiden Hauptfiguren zufällig die größte Schauspielerin aller Zeiten sei. Aus dieser Perspektive betrachtet findet sie Bergs Hepburn-Buch "gelungen".
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