Die Wut wächst Oskar Lafontaine
angelegt von Poweruschi am 01.08.2009 unter Merkliste
Wer will schon widersprechen, wenn Oskar Lafontaine sagt: Politik braucht Prinzipien, sonst mäandert sie beliebig und orientierungslos im tagespolitischen Delta dahin, ohne Gestaltungs- und Integrationskraft. Der Vorwurf, die Entwicklung der letzten Jahre mit ihrem jegliche politische Kontur einebnenden Wettlauf zur politischen Mitte habe eben genau zu dieser Prinzipienlosigkeit geführt, durchzieht das ganze Buch. Die Schelte richtet sich zwar an alle Parteien, besonders aber an seine Sozialdemokratie. Noch einmal nach seiner Rechtfertigungsschrift Das Herz schlägt links macht er deutlich, dass er 1999 vor allem aus diesen prinzipiellen Gründen aus der Regierung Schröder ausgetreten war und sämtliche Parteiämter niedergelegt hatte: "Ich konnte mit dem Begriff der 'Mitte' nie etwas anfangen." Vor diesem Hintergrund ist es nur zu verständlich, dass deswegen seine persönliche Wut wächst. Entsprechend scharf wie scharfsinnig fällt seine Rüge der Politik der SPD wie auch ihrer europäischen Pendants -- vor allem von Tony Blairs New Labour -- aus. Unter Preisgabe ureigenster sozialdemokratischer Werte wie Solidarität oder sozialer Gerechtigkeit werde der Grundsatz des Schutzes des Schwächeren vor dem Stärkeren aufgeweicht und stattdessen die "Lehrformeln Modernisierung, Flexibilisierung und Deregulierung" auf den Schild gehoben. Lafontaines Kritik an der Rolle Deutschlands in der internationalen Politik nach dem 11. September 2001 ("Wir sind wieder dabei!"), an der weltpolitischen Dominanz der USA ("Das Recht des Stärkeren") sowie der Schröder'schen Steuer-, Wirtschafts- und Finanzpolitik ist von der Substanz her nicht neu. Dennoch ist dieses Buch wegen seiner argumentativen Dichte und Schlüssigkeit wie seiner verständlichen Sprache bemerkenswert. Auch wird deutlich, dass man dem Autor eines nicht vorwerfen kann: Prinzipienlosigkeit und mangelnde Standpunktfestigkeit. Denn Lafontaine weiß, worüber er schreibt. --Dr. Manfred Schwarzmeier
Kurzbeschreibung
Kriegseinsätze, kein Wirtschaftswachstum, immer mehr Arbeitslose, Steueroasen für die Reichen und Lohndrückerei - ist ist genug. Oskar Lafontaine nimmt die Unterlassungssünden der Rot-Grün-Regierung scharf ins Visier. Der Ex-SPD-Chef geißelt die Außenpolitik seit dem Kosovo- und jetzt dem Afghanistan-Einsatz und kritisiert die 'neue Mitte'
Kurzbeschreibung
Kriegseinsätze, kein Wirtschaftswachstum, immer mehr Arbeitslose, Steueroasen für die Reichen und Lohndrückerei - ist ist genug. Oskar Lafontaine nimmt die Unterlassungssünden der Rot-Grün-Regierung scharf ins Visier. Der Ex-SPD-Chef geißelt die Außenpolitik seit dem Kosovo- und jetzt dem Afghanistan-Einsatz und kritisiert die 'neue Mitte'
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