Das fünfte Zeichen (Broschiert)
angelegt von Peter am 11.01.2009 unter Jo Nesbo Lieblingsbücher
Das fünfte Zeichen von Jo Nesbo. “Was sind das für Klumpen im Wasser? ... Vibeke blinzelte an die Decke ... und spürte, dass ihr Herz zu rasen begann.“ Wie ein Paukenschlag eröffnet ein gruseliger Mord das im doppelten Sinne starke Buch. Auf fast 500 Seiten ermittelt der schon bekannte Osloer Hauptkommissar Harry Hole. Diesmal steckt er selbst in einer gefährlichen Krise. Hole kommt nicht über den gewaltsamen Tod seiner Kollegin Ellen hinweg, fängt an zu trinken und verliert auch seine Freundin Rakel. Verflixt glücklich kann er sich schätzen, einen Chef wie Bjarne Moller zu haben, der für ihn schon manche Kohlen aus dem Feuer geholt hat. Schöne Fiktion, wenn ein Hauptkommissar völlig betrunken zum Dienst kommen, der „arroganteste, egoistischste Arsch“, den man kennt. Tatsache bleibt: er ist eben der Beste! Aber irgendwann fällt auch hier das Wort Kündigung.
Jo Nesbø spielt brillant mit unserem Unterbewußtsein, man liest, überliest oder überfliegt wohlmöglich gar einen Satz und dennoch: man merkt sich, dass, ganz nebenbei, ein Briefumschlag abgegeben wird, der lange nutzlos und auch ohne irgendwie wichtig für den Handlungsverlauf zu sein, auf einem Schreibtisch herumliegt, der aber dann, zig Seiten später einen grausamen Inhalt offenbart. Das ist schlichtweg perfekt. Je strenger, strikter und straffer Nesbø die Spannungszügel in der Hand hält, desto atemraubender wird die dramatische Geschichte. Da schreibt einer mit knallharter Disziplin, kein Halbsatz wird dem Zufall überlassen, jede Formulierung birgt schon künftiges Geschehen in sich. Sachlich, manchmal fast sparsam schreibt der Ökonom, Musiker und Schriftsteller, nordisch kühl, keine ausschweifenden Beschreibungen, keine emotionalen Ausbrüche. Es ist, wie es ist, basta. Keine Bange, die Spannung ist alles andere als sachlich und kühl, die ereignisreiche Geschichte mit ihren kurzen Kapiteln fesselt gnadenlos bis zur letzten Seite.
Der jungen Frau, die ermordet aufgefunden wird, wurde ein Finger abgeschnitten und unter einem Augenlid finden die Ermittler einen „rötlichen Diamant in Form eines fünfzackigen Sterns“. Ein Mord, der inszeniert wirkt, eine bestialische Täter-Handschrift trägt. Was aber tun, wenn keine „wirklichen Verdachtsmomente“, oder „bekannten Muster“ vorliegen und der Täter kein „alter Bekannter" zu sein scheint? „In der Tüte lag ein langer, schlanker Finger mit rotem Nagellack auf dem Fingernagel. Am Finger steckte ein Ring. Ein Ring mit einem sternförmigen Edelstein mit fünf Zacken.“ Ein weiterer Mord geschieht ... --Barbara Wegmann
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Harry Hole ist ein Wrack. Der Osloer Kommissar ist seit Wochen schon morgens betrunken, seine Freundin will ihn nicht mehr sehen, ein Kollege versucht, ihn fertig zu machen, und sein Chef droht ihm mit Kündigung. Um wenigstens seinen Job zu retten, macht Hole sich auf die Jagd nach einem Serienmörder, der bereits drei Frauen auf dem Gewissen hat. Des Killers Kennzeichen: Allen Opfern schneidet er einen Finger ab, außerdem hinterlässt er an jedem Tatort einen blutroten Edelstein. In „Das fünfte Zeichen" mutet Jo Nesbö seinem sympathischen Kommissaren ganz schön viel zu - und eben das rettet sein Buch vor dem Versinken im Krimi-Einheitsbrei. Denn über die systematische Jagd auf einen Serienmörder, das Erstellen psychologischer Profile und den Wettlauf gegen die Zeit haben wir schon zur Genüge gelesen. Spannend wird dieser Roman erst durch das Scheitern seiner Hauptfigur - vom Norweger Nesbö vielschichtig, klug und einfühlsam geschildert. (jul)
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Jo Nesbø spielt brillant mit unserem Unterbewußtsein, man liest, überliest oder überfliegt wohlmöglich gar einen Satz und dennoch: man merkt sich, dass, ganz nebenbei, ein Briefumschlag abgegeben wird, der lange nutzlos und auch ohne irgendwie wichtig für den Handlungsverlauf zu sein, auf einem Schreibtisch herumliegt, der aber dann, zig Seiten später einen grausamen Inhalt offenbart. Das ist schlichtweg perfekt. Je strenger, strikter und straffer Nesbø die Spannungszügel in der Hand hält, desto atemraubender wird die dramatische Geschichte. Da schreibt einer mit knallharter Disziplin, kein Halbsatz wird dem Zufall überlassen, jede Formulierung birgt schon künftiges Geschehen in sich. Sachlich, manchmal fast sparsam schreibt der Ökonom, Musiker und Schriftsteller, nordisch kühl, keine ausschweifenden Beschreibungen, keine emotionalen Ausbrüche. Es ist, wie es ist, basta. Keine Bange, die Spannung ist alles andere als sachlich und kühl, die ereignisreiche Geschichte mit ihren kurzen Kapiteln fesselt gnadenlos bis zur letzten Seite.
Der jungen Frau, die ermordet aufgefunden wird, wurde ein Finger abgeschnitten und unter einem Augenlid finden die Ermittler einen „rötlichen Diamant in Form eines fünfzackigen Sterns“. Ein Mord, der inszeniert wirkt, eine bestialische Täter-Handschrift trägt. Was aber tun, wenn keine „wirklichen Verdachtsmomente“, oder „bekannten Muster“ vorliegen und der Täter kein „alter Bekannter" zu sein scheint? „In der Tüte lag ein langer, schlanker Finger mit rotem Nagellack auf dem Fingernagel. Am Finger steckte ein Ring. Ein Ring mit einem sternförmigen Edelstein mit fünf Zacken.“ Ein weiterer Mord geschieht ... --Barbara Wegmann
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Harry Hole ist ein Wrack. Der Osloer Kommissar ist seit Wochen schon morgens betrunken, seine Freundin will ihn nicht mehr sehen, ein Kollege versucht, ihn fertig zu machen, und sein Chef droht ihm mit Kündigung. Um wenigstens seinen Job zu retten, macht Hole sich auf die Jagd nach einem Serienmörder, der bereits drei Frauen auf dem Gewissen hat. Des Killers Kennzeichen: Allen Opfern schneidet er einen Finger ab, außerdem hinterlässt er an jedem Tatort einen blutroten Edelstein. In „Das fünfte Zeichen" mutet Jo Nesbö seinem sympathischen Kommissaren ganz schön viel zu - und eben das rettet sein Buch vor dem Versinken im Krimi-Einheitsbrei. Denn über die systematische Jagd auf einen Serienmörder, das Erstellen psychologischer Profile und den Wettlauf gegen die Zeit haben wir schon zur Genüge gelesen. Spannend wird dieser Roman erst durch das Scheitern seiner Hauptfigur - vom Norweger Nesbö vielschichtig, klug und einfühlsam geschildert. (jul)
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