Am Ende war die Tat (Gebundene Ausgabe)
Der unaufhaltsame Abstieg des zwölfjährigen Joe Campbell beginnt, als seine psychisch labile und bis dato alleinerziehende Mutter Glory ihn und seine Geschwister in die Obhut seiner Tante Kendra Osborne gibt. Denn die lebenslustige Kendra, die glaubt, ihren Alltag trotz des unverhofften (und ungewünschten) Kindersegens nicht umstellen zu müssen, ist mit der neuen Aufgabe hoffnungslos überfordert. Die Folgen sind schrecklich: Joels kleinerer Bruder gerät ins Visier einer Straßengang, seine ältere Schwester versinkt im Drogensumpf. Beim Versuch, sie zu retten, macht Joel einen verhängnisvollen Fehler: Er lässt sich ein auf den zwielichtigen Dealer The Blade, der ein grausames, mörderisches Spiel mit ihm spielt. Und als Joel die Gefahr erkennt, ist es bereits für alle zu spät. Am Ende war die Tat der US-amerikanischen Bestseller-Autorin Elizabeth George ( Keiner werfe den ersten Stein. , Wo kein Zeuge ist ) ist ein ganz und gar ungewöhnlicher Roman des Krimi- oder Thriller-Genres. Denn sein Titel ist Programm. In Am Ende war die Tat steht das scheinbar unerklärliche Verbrechen -- der Mord an der schwangeren Frau von Chief Inspector Lynley, der Joel als vermeintlichen Täter letztlich jede Zukunft raubt -- nicht als kriminalistischer Appetithappen am Anfang des Romans, sondern als Konsequenz einer verfehlten Erziehung ganz am Schluss. Dem entsprechend setzt George diesmal alles daran, die Tat psychologisch zu erklären -- und schafft dabei ein erzählerisch dichtes Werk, das weniger durch seinen Thrill als vielmehr durch die fulminant beschriebene, ausweglose Geschichte der Campbell-Geschwister besticht. Wer Am Ende war die Tat liest, braucht diesmal also weniger starke Nerven als vielmehr ein emotional hartgesottenes Gemüt. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
kulturnews.de
In 14 ihrer Romane spielt Inspector Lynley eine Hauptrolle. Im neuesten Buch jedoch bleibt er bis zum Ende im Hintergrund; bis seine Frau von einem 12jährigen Mischlingsjungen erschossen wird. In "Am Ende war die Tat" schildert Elizabeth George, wie es zu dieser Tat im Londoner Viertel Kensington kommen konnte. Im Fokus steht eine ethnische Randgruppe. Drei Kinder werden bei ihrer allein stehenden Tante Kendra abgeliefert. Die sieht sich reichlich überfordert, versucht aber, ihr Bestes zu geben. George versteht es sehr gut, die Gossensprache zu treffen. Große Überraschungen stecken trotzdem nicht in diesem Roman. Eigentlich hat man alles kommen sehen: Es sind die bösen Umstände, woran schließlich alle scheitern. Keine Frage, George hat wieder einmal einen komplexen Plot entwickelt und tief in menschliche Abgründe geblickt. Doch allzu oft erzählt sie Belangloses viel zu ausführlich. Was ihre große Fangemeinde allerdings nicht stören dürfte. (gks)
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In 14 ihrer Romane spielt Inspector Lynley eine Hauptrolle. Im neuesten Buch jedoch bleibt er bis zum Ende im Hintergrund; bis seine Frau von einem 12jährigen Mischlingsjungen erschossen wird. In "Am Ende war die Tat" schildert Elizabeth George, wie es zu dieser Tat im Londoner Viertel Kensington kommen konnte. Im Fokus steht eine ethnische Randgruppe. Drei Kinder werden bei ihrer allein stehenden Tante Kendra abgeliefert. Die sieht sich reichlich überfordert, versucht aber, ihr Bestes zu geben. George versteht es sehr gut, die Gossensprache zu treffen. Große Überraschungen stecken trotzdem nicht in diesem Roman. Eigentlich hat man alles kommen sehen: Es sind die bösen Umstände, woran schließlich alle scheitern. Keine Frage, George hat wieder einmal einen komplexen Plot entwickelt und tief in menschliche Abgründe geblickt. Doch allzu oft erzählt sie Belangloses viel zu ausführlich. Was ihre große Fangemeinde allerdings nicht stören dürfte. (gks)



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